Transformationstherapie

Beispielfall: Schmerzhafte Trennung vom Partner - Ohnmacht

Eine Frau mittleren Alters, nennen wir sie Susanne, kam wegen der Trennung von ihrem Lebensgefährten zu mir. Sie litt sehr unter der Situation, zumal sie für sich das Gefühl hatte, alles in ihrer Macht stehende für den Erhalt der Beziehung getan zu haben. Und, obwohl sie in Streitsituationen sehr wütend auf ihren Partner war und er die Trennung vollzogen hatte, liebte sie ihn dennoch.

Auf meine Nachfrage hin bestätigte Sie, dass sie sich neben Gefühlen von Trauer und Wut diesbezüglich auch sehr ohnmächtig fühle.

 

Wir entschieden uns für eine Sitzung in Transformationstherapie mit ihrem inneren Kind, da ich den Ursprung für diese „Ohnmacht“ ausfindig machen wollte.

 

In der Meditation kam sie in eine Situation, als sie ca. 4 Jahre alt war. Die Eltern, die sich zu dieser Zeit scheiden lassen wollten, stritten heftig. Sie selber sah sich vor dem Auto ihres Vaters stehen, der wutentbrannt davon fahren wollte, aber von seiner Frau – ihrer Mutter- daran gehindert wurde.

 

Susanne stand nun als 4 jährige dort und wollte natürlich einerseits, dass der Vater bleiben solle. Andrerseits hatte sie schon viele Streits ihrer Eltern mitbekommen und daher wusste sie, dass es wohl das Beste wäre, wenn ihre Eltern sich trennen und ihr Vater davon fahren würde, damit endlich Ruhe einkehren konnte.

Außerdem fühlte sie sich viel zu klein und hilflos, um überhaupt in diese Situation eingreifen zu können.

Somit fühlte sie eine starke Ohnmacht.

 

Ich ließ sie diese Ohnmacht fühlen. Dadurch kam irgendwann eine starke Wut über ihre Hilflosigkeit sowie darüber hoch, dass sie als unschuldiges Kind von ihren Eltern überhaupt in diese Situation gebracht wurde. Hinter dieser Wut verbarg sich nach längerem Fühlen dann auch noch eine tiefe Traurigkeit über ihre eigene Kleinheit und den bevorstehenden Verlust ihres Vaters.

 

Ihr Glaubenssatz, den sie damals manifestierte, lautete: „Liebe bedeutet Trennung und ich kann nichts dagegen tun, weil ich zu klein bin.“

 

Nach meiner „Lichtarbeit“ konnten wir diesen alten Glaubenssatz löschen und in folgenden neuen verwandeln: „Ich, die erwachsene Susanne, habe nun alle Möglichkeiten, mein Leben selbst zu bestimmen“!

 

Dieser Glaubenssatz wirkte ab da an in Susannes Leben, was dazu führte, dass die Trennung von ihrem Partner zwar stattfand, die Ohnmacht diesbezüglich aber verschwand und sie ihn in Liebe gehen lassen konnte. Heute haben die beiden ein besseres Verhältnis, als in den letzten Jahren ihrer Beziehung. Ich empfahl ihr noch, in den nächsten Wochen die Meditation „Der Vater meiner Kindheit“ zu machen, um weitere „väterliche“ Verstrickungen in ihrem Leben zu lösen.

 

Analyse:

 

Susanne hatte als Kind durch die Beobachtungen ihrer Eltern den Glaubenssatz manifestiert: „Liebe bedeutet Trennung und ich kann nichts dagegen tun, weil ich zu klein bin.“ Somit war ihr Grundlebensgefühl bis dahin eine unterschwellige Ohnmacht.

Als Kinder gibt es viele Situationen, in denen wir uns „ohne Macht“ fühlen, weil wir schlicht und einfach zu klein sind, das ein oder andere zu unternehmen. Das ist jedoch auch gut so, da es von der Natur so eingerichtet ist, dass Kinder der Betreuung durch die Eltern, insbesondere der Mutter bedürfen. Es handelt sich somit um einen Schutz- und Bindungsmechanismus für das kleine Kind. Problematisch wird es allerdings, wenn wir diese Ohnmacht auch im erwachsenen Alter weiter leben.

 

Viele wissen nicht, dass jedes Gefühl zu einem gewissen Zeitpunkt, seine Berechtigung hat. So dient z. B. Neid dazu, sich anzustrengen. Wenn z. B. die große Schwester schon eine Schleife binden kann, um alleine draußen spielen gehen zu können, wird der kleine Bruder im Zweifelsfall neidisch auf sie. Dieser Neid spornt ihn an, die Schleife so lange auszuprobieren, bis auch er sich selber die Schuhe zubinden kann.

Somit ist der Neid im Grunde ein sehr positives Gefühl. Es dient dem Wachstum und Fortschritt.

 

Wird der Neid jedoch negativ aufgenommen und permanent unterdrückt, entsteht daraus Eifersucht. Eifersucht ist immer destruktiv und führt im Erwachsenenalter zu Leid, Trennung und Schmerz.

 

Ebenso verhält es sich mit

Trauer – Depression

Ärger – Wut

Angst – Panik

Liebe – Hass

 

Wird die erste Emotion schon als „negativ“ empfunden und dauerhaft ignoriert oder unterdrückt, führt dies die Betroffenen automatisch in weitere schmerzhafte Situationen, welche das Ursprungsgefühl immer destruktiver werden lassen.

 

Allgemeines:

 

Unsere Glaubenssätze wirken in unserem Leben, wie ein Selbstläufer. Obwohl wir erwachsen sind, glauben wir immernoch an das, was das kleine Kind damals über das Leben erfahren hat.

 

Das bedeutet in dem oben geschilderten Fall von Susanne, dass sich dieser Glaubenssatz auch wieder bei ihrem Partner verwirklichen musste, so dass die Liebe zum Partner in Trennung umschlug und sie selber sich zu ohnmächtig fühlte, um daran etwas zu ändern, obwohl sie sich eigentlich sicher war, alles für die Beziehung getan zu haben.

 

Und genau das ist der Knackpunkt. Solange diese Glaubenssätze in uns wirken, können wir im Außen alles anstellen, um dagegen anzugehen, es wird uns niemals glücklich werden lassen. Denn unsere Gedanken bestimmen unser Leben, auch wenn sie uns nicht einmal bewusst sind. Und solange unterbewusste Gedanken in uns wirken, wirken sie sich auch auf unser Dasein aus. Natürlich tun wir alles, um dagegen zu steuern. Doch dieses Gegensteuern, wird ohne Auflösung der uralten Gedankenmuster, immer ein Kampf bleiben.

 

 

Copyright © 2014- Fühlen Lernen - Karin Busse-Wüllner - Transformationstherapeutin n .R. Betz