Transformationstherapie

Beispielfall: Hotel Mama - Schuldgefühle

Eine Anfang 70 jährige Frau, nennen wir sie Anna, kam wegen großer Probleme mit ihrem 45jährigen Sohn zu mir. Der Sohn war in ihren Augen zu unselbständig und ein Lebemann, den sie immer wieder finanziell unterstützen musste. Und obwohl sie sich schon mehrfach geschworen hatte, es nicht mehr zu tun, machte sie es dennoch. Anschließend ärgerte sie sich natürlich über ihre Inkonsequenz.

 

In der Transformationstherapiesitzung kam sie in der Meditation in eine Kriegssituation, die sie als ca. 5jährige erlebt hatte. Sie sah sich an der Hand ihrer Oma durch die zerbombten Straßen laufen, auf denen auch viele Verwundete lagen. Ihre Oma blieb mit ihr vor einem verwundetet Mann stehen. Und die kleine Anna dachte: „Ich muss ihm helfen! Ich muss es einfach! Aber wie?“

 

Mit diesem Glaubenssatz kamen bei Anna Schuldgefühle hoch. Ich ließ sie diese Schuld fühlen, die sich schon allein durch das Fühlen und Daseinlassen besserte.

 

Nach meiner Lichtarbeit konnte Anna diesen alten Glaubenssatz durch folgenden neuen ersetzen: „ICH entscheide, wann und wem ich helfe!“

 

Dieser neue Glaubenssatz wirkt ab diesem Zeitpunkt in Annas Leben und führte dazu, dass sie ihrem Sohn gegenüber konsequent sein konnte und er auf wundersame Weise sein Leben langsam aber sicher selber in den Griff bekommt. Ich empfahl ihr noch, in ein paar Wochen die Meditation „Eltern helfen ihrem Kind“ zu machen, um weitere Verstrickungen zwischen ihr und ihrem Sohn zu lösen.

 

Analyse:

 

Anna hatte als Kind durch die Beobachtungen des schwer verwundeten Mannes im Krieg den Glaubenssatz manifestiert: „Ich muss helfen!.“ Da sie aber nicht wusste, wie sie als 5jährige helfen konnte, entstanden bei ihr Schuldgefühle. Diese Schuldgefühle kamen später auch immer hoch, wenn sie ihrem Sohn ihre finanzielle Unterstützung verweigerte. Mit Schuldgefühlen können wir Menschen schlecht leben. Somit beruhigte sie lieber ihre eigenen Schuldgefühle, indem sie ihren Sohn weiterhin unterstützte. Doch dadurch fühlte sie sich quasi wieder schuldig, weil sie wusste, dass sie ihren Sohn dadurch am Selbständig werden hindert – ein Teufelskreis!

 

Allgemeines:

 

Unsere Glaubenssätze wirken in unserem Leben, wie ein Selbstläufer. Obwohl wir erwachsen sind, glauben wir immernoch an das, was das kleine Kind damals über das Leben erfahren hat. Das bedeutet in Annas Fall, dass sie das Gefühl hat, ihrem Sohn immer helfen zu müssen, auch wenn sie unterbewusst weiß, dass er dadurch niemals erwachsen und selbständig werden wird.

 

Und genau das ist der Knackpunkt. Solange diese Glaubenssätze in uns wirken, können wir im Außen alles anstellen, um dagegen anzugehen, es wird uns niemals glücklich werden lassen. Denn unsere Gedanken bestimmen unser Leben, auch wenn sie uns nicht einmal bewusst sind. Und solange unterbewusste Gedanken in uns wirken, wirken sie sich auch auf unser Dasein aus. Natürlich tun wir alles, um dagegen zu steuern. Doch dieses Gegensteuern, wird ohne Auflösung der uralten Gedankenmuster, immer ein Kampf bleiben.

 

Copyright © 2014- Fühlen Lernen - Karin Busse-Wüllner - Transformationstherapeutin n .R. Betz